Brot aus Eichelmehl (mit Video)

Aktualisiert: Mai 27

Inhalt:

  • Einleitung

  • Herstellung des Mehls (Video)

  • Bannock bzw. Fladen backen

  • Einordnung als Notnahrung

Eichen und somit Eicheln gehören zu den am weitesten verbreiteten Bäumen und Früchten in der nördlichen Hemisphäre. Aus den Eicheln lässt sich mit etwas Aufwand ein sehr energiereicher Teig herstellen, welcher vielfältig weiter verarbeitet werden kann. Allerdings ist dieser recht bitter.


Herstellung des Mehls

Die Herstellung des Mehls ist recht aufwendig. Daher lohnt es sich gleich eine größere Menge herzustellen, um dann Vorrat zu haben. Auch Ideal als Vorrat.


  1. Schälen. Die gesammelten Eicheln lassen sich am besten schälen, wenn man die Schale mit einem Hammerschlag bricht und dann mit den Fingern schält.

  2. Wässern. Die Eicheln müssen nun mehrfach gewässert werden, damit die bitteren Gerbstoffe herausgewaschen werden. Am Anfang ist das Wasser schnell sehr braun. Es wird von Mal zu Mal klarer. Die Eicheln dürfen gerne auch mal 24 Stunden wässern. Natronpulver im Wasser soll das Ergebnis verbessert (sofern vorhanden).

  3. Schälen. Die braune Haut um den hellen Kern sollte entfernt werden. Dies geht manuell gut, solange sie nass sind.

  4. Trocknen. Die Eicheln können je nach Wetter in der Sonne über mehrere Tage oder wie im Film bei niedriger Temperatur auf einer Feuerstelle oder Herd getrocknet werden.

  5. Grob zerkleinern. Mit einem alten Fleischwolf oder mit Steinen oder einem Messer lassen sich die getrockneten Eicheln grob zerkleinern.

  6. Fein mahlen. Um Mehl zu bekommen, muss nun fein gemahlen werden. Dies kann mit einer manuellen Mühle (so fern vorhanden) oder zwischen zwei Steinen gemacht werden. Steinmehl ist dann sozusagen eine Mineralien-Zugabe (*1).

  7. Vorrat. In trockenem Zustand ist das Mehl lange haltbar. Wie bei allem Mehl ist auf Insekten zu achten, die das Mehl auch mögen.

Im Video zeige ich die gesamte Herstellung des Mehls (Dauer: 6 min)


Bannock bzw. Fladen backen


Es hat sich bei mir gut bewährt den Teig recht nass zu kneten. In klassischen Rezepten wird das Eichelmehl etwa 1:1 mit Weizenmehl gemischt, um einen zähen Teig zu bekommen. Das Problem ist das Eichelmehl kein oder wenig Gluten enthält. Dies ist der Eiweiß-Klebstoff im Mehl und macht die Verarbeitung vom reinen Eichelmehl zu Brot unmöglich, da es zerbröselt.


In einer Notsituation ist davon auszugehen, das Salz, Öl, Backpulver, Hefe und Weizenmehl nicht zur Verfügung stehen.

Falls doch, sollte dies also zugemischt werden. (siehe weiter unten)

Falls nicht, muss der Teig nur mit Wasser hergestellt werden. Sofern frische oder getrocknete Beeren zur Verfügung stehen, kann dies beigemischt werden. Es verbessert den Geschmack. Oder der Teig wird als eine Art Pizzateig verwendet und dann belegt. Aber Vorsicht! Wie geschrieben ist er sehr mürbe.


Ich empfehle aus dem Teig nicht zu dünne Fladen zu formen und diese direkt auf einem heißen Stein oder einer Pfanne im Feuer zu backen.


Backen mit Weizenmehl, Salz, Backpulver und Öl

Das Ergebnis wird deutlich besser, wenn man das Eichelmehl 1:1 mit Weizenmehl mischt.

Das Gluten ist ein hervorragender Klebstoff im Teig und ergibt einen geschmeidigen Teig. 1 Beutel Backpulver und etwas Salz verbessern den Teig sowohl von der Porigkeit als auch vom Geschmack.

Als Bannock oder dickere Fladen in der abgedeckten Pfanne bei mittlerer Hitze gebacken ist der Geschmack sehr viel milder und alltagstauglicher.

Das fertige Bannock lässt sich so über Tage lagern und verzehren.



Einordnung als Notnahrung


Teig aus Eichelmehl ist ein hervorragendes, energiereiches und hochwertiges Nahrungsmittel in einer Überlebenssituation.

Unter Eichen lassen sich die Früchte des Baumes in großen Mengen mit wenig Energie- und Zeitaufwand bis ins Frühjahr sammeln.

Die Verarbeitung langwierig und aufwendig, aber die getrockneten Eicheln oder das Mehl lassen sich jedoch lange lagern und bevorraten. Ich selbst habe dies über 1 Jahr ohne Probleme lagern können.


Der Geschmack ist trocken und bitter. Das ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. Daher bietet es sich an, diese als kalorienreiche Beilage zu verwenden.


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(*1) Steine sind ein Gemisch aus Mineralien. Fein gemahlen sind wertvolle Elemente wie Ca, Mg, K, Ca, Na, Si usw. dabei, welche der Körper in Spuren aufnehmen kann. Quellwasser hat z.B., im Gegensatz zu Regenwasser zahlreiche Mineralien, da es durch das Gestein fließt.


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