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DIY – Pulka-Schlitten für den Winter selbst bauen

  • Autorenbild: Achim
    Achim
  • 1. Dez. 2022
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Jan.

Der Winter naht und vielleicht planst Du eine Tour mit einer Pulka.

Also einem Schlitten in Form einer Wanne, in welcher Du Dein Gepäck hinter Dir herziehen möchtest.

In diesem Artikel beschreibe ich, wie Du auf Basis der kanadischen Pulka „Paris“ oder „THE EXPEDITION SLED 960“, eine preiswerte Pulka schnell und einfach selbst bauen kannst.


Diese Pulka ist für kleines Geld zu bekommen und wird weltweit tausendfach verwendet.


In diesem Artikel erfährst Du wie man eine Pulka selbst baut.
Pulka selbst bauen

Inhalt

  • Was die „Paris“-Pulka kann

  • Warum Zugseil statt Gestänge?

  • Die einfachste und billigste Variante

  • Was Du als Packsack verwenden kannst

  • So kannst Du die Pulka optimal tunen

  • So kannst Du die Pulka erweitern


Was die „Paris“-Pulka denn so kann


Mit dieser einfachen Pulka lassen sich mehrtägige Touren im skandinavischen Winter problemlos durchführen. Vor allem in den Bergen, bei geringer und eher harter Schneedecke sowie auf den festen Tracks der Schneemobile, gleitet die Pulka wirklich hervorragend.


Vorteile


  • Das Material Polyethylen ist sehr robust und kälteresistent: Polyethylen (PE) – chemisch einfach aufgebautes, zähes und gutmütiges Thermoplast. Unsinkbar. PE ist voll recycelbar.

  • Sie ist vergleichsweise leicht im Eigengewicht. (Vergleich: Glasfaser oder Aluminium)

  • Bis zu 45 kg Gepäckgewicht lassen sich gut laden und ziehen.

  • Sie ist im Grunde ohne Umbaumaßnahmen einsatzbereit. Seil daran. Fertig.


Nachteile


  • Das Packvolumen ist schnell erreicht, und in die Höhe kannst Du nicht beliebig stapeln. Vor allem das Volumen ist bei Wintertouren oft eine Herausforderung.

  • Die „EXPEDITION SLED 960“ oder „Paris“ ist recht schmal gebaut und neigt zum Kippen, wenn Du zu hoch und mit ungünstiger Gewichtsverteilung lädst. Die schweren Sachen müssen alle ganz nach unten.

  • In tiefem, lockerem Schnee sind die Seiten nicht hoch genug, und sie „tankt“ gut Schnee.

  • Der Paris hat keine Kufen und neigt dazu, aus der Spur zu laufen. Vor allem auf hartem und vereistem Untergrund.


Warum Zugseil statt Gestänge?


In unterschiedlichen Regionen und je nach Anwendung werden verschiedene Zugsysteme verwendet:

  • paralleles Gestänge

  • gekreuztes Gestänge

  • Seil


Gestänge


Das Gestänge bietet eine feste Verbindung zwischen der Pulka und Dir. Als geübter Skifahrer hat dies vor allem beim zügigen Gleiten und in hügeligem Gelände Vorteile.

Fahrer und Pulka bilden eine „Gesamtmasse“, wodurch das Gleiten effektiv und flott ist. Der Nachteil ist, dass das gesamte Pulka-Gewicht bergab entsprechend schiebt. Gerade auf schmalen Trails oder für ungeübte Skifahrer wird das Bremsen bergab schnell zum riskanten Abenteuer.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Bauchgurt immer komplett abgenommen werden muss, wenn Du zur Pulka gehen möchtest – zum Beispiel, um eine Kamera, ein Heißgetränk oder eine Jacke zu holen.

Das Parallelgestänge ist insgesamt recht steif. Die beiden Stangen in der Mitte zu kreuzen, erleichtert die Kurvenfahrt erheblich.

Meiner Meinung nach ist das Gestänge für geübte Skifahrer geeignet. Anfänger sollten mit dem Seil arbeiten.


Seil


Beim Laufen mit Schneeschuhen empfehle ich, die Pulka mit dem Seil zu ziehen. Bei einer Seillänge von etwa vier Metern funktioniert das auch in hügeligem Gelände gut.

Ein großer Vorteil ist, dass man den Bauchgurt im Grunde den ganzen Tag über nicht ausziehen muss. Man kann jederzeit ohne zusätzlichen Aufwand zur Pulka laufen, sich kurz hinsetzen oder Ausrüstung holen.

Beim Bergabgehen läuft die Pulka von hinten auf. Damit sie dabei nicht in die Hacken läuft, muss das Seil lang genug sein. Das Seil zieht sich unter die Pulka und bremst diese dann ab.


Empfehlung: Gerade für Anfänger und Schneeschuhgänger ist die Seilvariante die bessere Wahl.



Die schnellste, leichteste und billigste Variante des Eigenbaus


  1. Knote durch die beiden Ösen an der Pulka Paracord oder Reepschnur. 8 oder 10mm ist ein guter Durchmesser. Dickeres Seil ist besser als sehr dünne Schnüre. Ein altes, dehnbares Kletterseil mit 10mm Durchmesser ist noch besser. Als Knoten ist der "nachgeführte Achter" hervorragend geeignet.

  2. Das gebildete Dreieck sollte etwa 50 bis 100 cm lang sein.

  3. Jetzt knote Dir etwa 3 - 4 Meter als Einzelleine exakt mittig und fixiert daran. Achte darauf, dass die beiden Seiten des Dreiecks exakt gleich lang sind! Die Länge und der Durchmesser dieses Abschnitts sind wichtig, wenn die Pulka bergab aufläuft. Das Seil zieht sich unter die Pulka und bremst diese. Daher ist ein 10 mm Seil besser.

  4. Am vorderen Ende wird nun wieder ein Dreieck geknotet.

  5. An diese beiden Enden kommt jetzt jeweils eine Schlaufe mit zwei großen, stabilen Karabinern. Die Karabiner müssen mit dicken Handschuhen bedienbar sein.

  6. Als Bauchgurt kannst Du einen Bauchgurt von einem alten, großen Rucksack umbauen. Es gibt / gab auch Gurte von Totonka und anderen Herstellern. Insbesondere den genannten Totonka musste ich nachnähen lassen, da die Schnallen zu schlecht und die D-Ringe abrissen.

  7. Die Stelle, die am meisten kaputtgeht, ist die Naht, an welcher der D-Ring am Bauchgurt befestigt wird. Dies sollte hervorragend vernäht werden, denn Du kannst es unterwegs nur schwer reparieren. Die D-Ringe sollten aus Metall sein.

  8. Alternativ oder als Reserve kannst Du einen großen D-Ring auf der Rückseite des Baugurtes befestigen. Das ist allerdings aufwendiger beim ein- und ausklinken.

  9. Die D-Ringe am Bauchgurt sollten seitlich weit vorn sein, damit Du mit dicker Jacke und Handschuhen dennoch gut drankommst. Ohne den Gurt ausziehen zu müssen.


Was kannst Du als Packsack verwenden?


Essenziell ist:

a) Dass nichts aus Versehen verloren gehen kann.

b) Dass sich kein Schnee im Gepäck sammeln kann.

c) Dass der Zugriff auf die Überziehjacke, Thermoskanne, Snacks und Mittagessen schnell und einfach ist.


Vorschläge

  • Zwei große, wasserfeste Packsäcke, welche die Breite der Pulka ausfüllen, oder

  • ein großer, wasserfester Skisack, oder

  • ein bis zwei Rucksäcke, oder

  • eine klassische Plane oder ein Tarp mittig einlegen, Gepäck hineinlegen und einwickeln, oder

  • ein bis zwei Tonnen aus dem Kanu-Bereich o. Ä.


Warum wasserfest?


Das ist bei Dauerfrost eigentlich unwichtig, aber:

  • Auf großen Seen gibt es oft Doppeleis, in das man leicht einbricht und dann Wasser in die Pulka läuft.

  • Du könntest bei einer Bach- oder Flussüberquerung einbrechen.

  • Ebenfalls bei Seen kann bei steigendem Wasser das Eis überflutet werden.

  • In der Übergangszeit kann es auch mal regnen oder Tauwetter geben


Aus diesen Gründen muss die Pulka auch von unten dicht sein.

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So kannst Du die Pulka optimal tunen!


  • KISS Prinzip: "Keep it simple and stupid“. Mach Dein Tuning so einfach wie möglich.

  • Befestige das Zugeil oder Gestänge nicht direkt am Bauchgurt. Baue Dir hier mehrere starke Expander-Gummis ein. Dies federt die Schläge beim Loslaufen oder in welligem Gelände enorm ab und ist sehr rückenschonend. Beim Gestänge kannst Du diese elastischen Elemente auch in das Gestänge einziehen.

  • Zieh Dir ein langes, dünnes Seil rundherum durch die Ösen der Pulka. Bohre Dir zusätzlich noch ein paar Löcher in den flachen Rand, um die Abstände zu verringern. In dieses umlaufende Band kannst Du Schnellspanner einhaken, um das Gepäck zu sichern.

  • Baue Dir eine Seilbremse. Diese hilft Dir bei starkem Gefälle, die Pulka zu bremsen. Die Seilbremse ist eine Schlaufe, welche beidseitig vorn angeknotet wird und auf der Pulka liegt. Bei starkem Gefälle legst Du sie vor die Pulka und lässt diese darauf rutschen. Das Gewicht bremst die Pulka dabei ab.

  • Mache Dir eine Schlaufe am Heck! Wenn es sehr steil berabgeht, kannst Du wahlweise eine zweite Sicherung anbringen, bei Nebel oder Schneesturm eine Seilschaft bilden oder die Pulka bergab vor die herlaufen lassen. Falls Du Deinen Hund zum Ziehen der Pulka verwenden möchtest, kannst Du Dein Seil hinten einklinken und den Hund vorn ziehen lassen. (Doppelt sichern!)



So kannst Du die Pulka noch erweitern.


Nutze zwei Ebenen zum Spannen und Verzurren der Ausrüstung auf der Pulka.

  • Die erste Ebene dient zum Befestigen des Hauptgepäcks.

  • Die zweite Ebene sichert Gegenstände, die öfter gebraucht werden,


Unter anderem eine dicke Überjacke, ein Stativ o. Ä. Diese Gegenstände sollten jedoch doppelt gesichert werden, so dass sie nicht verloren gehen können.


Trenne Deinen Brennstoff abgedichtet vom restlichen Gepäck. Durch die Kälte werden Dichtungen gerne einmal undicht.


Am „Bug“ ist eine Isoliertasche nützlich, in der Du etwa Thermoskannen sowie eine Kamera, Akkus o. Ä. schnell griffbereit hast, ohne das große Gepäck öffnen zu müssen. Du kannst Dir hier auch eine Wärmflasche hineinlegen, um Kamera und Akkus warm zu halten.


Aus zwei mach … Eine. Falls Dir der Platz in einer Pulka nicht reicht, besorge Dir eine baugleiche zweite. Schneide bei der einen das Heck ab, bei der anderen den Bug, und passe sie ineinander ein. Mit ein paar flachen Schlossschrauben kannst Du beide verbinden.


Falls Du mit einer Kamera unterwegs filmen möchtest, ist diese am Heck besser angebracht als am Bug. Der Bildausschnitt ist dann aussagekräftiger. Die entsprechende Halterung würde ich fest verschrauben – eine Klebeverbindung hält bei der Kälte nicht.



Resümee


Diese kleine, leichte und günstige Pulka ist für sicher 95 % alle Anwendungen geeignet. Sie lässt sich bis zu einem Gewicht von 50 kg auch ohne Training einfach und problemlos ziehen.

Wenn die Pulka auch schwimmfähig sein soll, dann ist sie nicht mehr geeignet. Sie ist im Vergleich mit Profimodellen schmal und die Seitenwände sind niedriger.


Falls Du eine Pulka bauen möchtest, so ist mein Tipp: "Mache es einfach. So einfach wie möglich."


Vermeide Plastikschnallen, Plastik-D-Ringe usw. Die gehen bei Kälte oft kaputt. Expander mit Metallhaken sind meist besser.

Ende


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